Kuckuck könnte ein Opfer des Klimawandels werden

Die Strecke hat es in sich. Zweimal im Jahr fliegen unsere Kuckucke zwischen Mitteleuropa und Zentralfrika hin und her. Die meisten überwintern südlich des Äquators, nur ein kleinerer Teil auch in Westafrika. Es könnte sein, dass der Kuckuck für`s Brutgeschäft zu spät kommt. Der Klimawandel macht`s. 

Der lange Weg zwischen Sommer- und Winterquartier bringt es mit sich, dass die Kuckucke nur ein Vierteljahr bei uns bleiben. Im Normalfall kommen sie in der zweiten Aprilhälfte in Mitteleuropa an, Anfang August geht es dann schon wieder retour. Viele Altvögel – sie müssen ja keinen Nachwuchs aufziehen – fliegen bereits Im Juli los, die allerfrühesten sogar im Juni.

Der Klimawandel könnte ihm nun einen Strich durch die Rechnung machen. Da viele seiner Wirtsvögel wie Hausrotschwanz und Rotkehlchen immer früher brüten, hat er es schwer, noch Nester zu finden, die ganz am Anfang ihrer Brut stehen. Auf die ist er aber angewiesen, damit der junge Kuckuck möglichst als Erster schlüpft und noch die Eier oder Jungvögel seiner Zieheltern über den Nestrand schieben kann.

Wird es dem Kuckuck gelingen, seinen Flugplan auf die veränderten Bedingungen einzustellen? Meldungen von Kuckuck-Beobachtungen bei www.naturgucker.de helfen, mögliche Veränderungen in seinem Zugverhalten festzustellen. Je mehr Meldungen eingehen, desto genauer ist die Situation einzuschätzen.

Der Kuckuck kommt in Europa, Asien und Teilen Nordafrikas vor. In Mitteleuropa schätzt man seinen Bestand auf 360.000 bis 550.000 Brutpaare. Leider nehmen die Kuckucke in den letzten Jahrzehnten vielerorts ab. Diese Entwicklung läuft parallel zum Rückgang vieler Feld- und anderer Vögel, deren Lebensräume unserem Landhunger und den Veränderungen in der Agrarlandschaft zum Opfer gefallen sind. Mit dem Einsatz von Giften verschwinden zudem viele Wildpflanzen und die an ihnen lebenden Beutetiere wie Raupen, Käfer oder Heuschrecken.

Quelle/Foto Kerstin Kleinke

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