Stadt vergibt Saatgut für Wildblumen

Der Ausschuss für Landwirtschaft, Infrastruktur und Umwelt hat in seinen Sitzungen am 21.03.2019 und 19.06.2019 beschlossen, dass städtische Grünflächen mit Wildblumensaat eingesät werden. Außerdem hat die Stadt Gescher weiteres Saatgut beschafft und dieses den Bürgerinnen und Bürgern in einem einfachen Antragsverfahren zur Verfügung gestellt.

Hintergrund der Maßnahme ist es, die Lebensbedingungen der Bienen und weiteren Insekten durch Schaffung natürlicher Lebensräume zu verbessern und dem Insektensterben effektiv entgegenzuwirken. Diese Grundsatzbeschlüsse sollen auch im kommenden Jahr Anwendung finden.

Das im vergangenen Jahr beschaffte Saatgut wurde unter dem Gesichtspunkt einer sehr hohen öko- logischen Wertigkeit ausgewählt, es wurde insbesondere darauf geachtet, dass in den Saatgutmi- schungen keine Gräsersamen enthalten sind.

In diesem Jahr haben insgesamt 87 Bürgerinnen und Bürger von dem Angebot, für private Flächen Wildblumensaat zu erhalten, Gebrauch gemacht. Es wurde insgesamt Saatgut für eine Fläche von knapp 3.200 m2 beantragt, im Durchschnitt wurden Sämereien für ca. 40 m2 beantragt. Entsprechend der Verfahrensrichtlinie war maximal eine Fläche von 1.000 m2 vorgesehen.

Die Rückmeldung einzelner Bürgerinnen und Bürger verdeutlicht, dass das Antragsverfahren als un- kompliziert und für zweckmäßig empfunden wurde. Die Änderung der Vergaberichtlinie hinsichtlich der Mindestgröße der einzusäenden Flächen stellte sich ebenfalls als sinnvoll heraus, ca. ein Drittel der Antragstellerinnen und Antragsteller beantragte Saatgut für eine Fläche, die kleiner als 25 m2 war. Viele Bürgerinnen und Bürger zeigten sich auch mit der Samenmischung sehr zufrieden und das optische Erscheinungsbild wurde positiv bewertet.

Die maximale Gesamtfläche für die Ausgabe der Wildblumenwiesen-Einsaat sollte er- höht werden. Hierbei wird eine Fläche von maximal 5.000 m2 empfohlen, sodass sich unter Berück- sichtigung des Durchschnittswerts der beantragten Fläche 125 Haushalte an der Aktion beteiligen können. Außerdem ist das Zeitfenster für das Antragsverfahren anzupassen, diesbezüglich wird vor- geschlagen, die Antragstellung zwischen dem 01.12.2020 bis 31.01.2021 zu ermöglichen.

Blühstreifen geben Gescher ein schönes, natürliches Gesicht

Blühstreifen sind extra angelegte Flächen auf denen zahlreiche unterschiedliche Blühpflanzen wachsen, welche eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten darstellen. Deshalb werden solche Flächen  oft als Bienenweiden bezeichnet.

Einen besonders schönen Blühstreifen kann man z. Zt. vor Huesker Synthetik an der Frabrikstraße sehen. Bei gutem Wetter findet man dort  blütenbesuchende Insekten wie Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge. Nicht selten sieht man Menschen vom Fahrrad absteigen und die Blütenpracht bewundern.

Blühstreifen und Blühinseln können der Stadt Gescher ein fröhliches, natürliches Gesicht geben. Im Frühjahr hat die Stadt kostenlosen Samen an Bürger ausgegeben. Ein guter Anfang. Dennoch braucht das Projekt Blühstreifen mehr öffentliche Unterstützung. So hat die Stadt Sehnde z. B. 100 städtische Blühstreifen angelegt. Die Stadt Ahaus im vergangenen Jahr knapp 5.000 qm. Blühstreifen „wirken“ in vielerlei Hinsicht:

  • Förderung der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft und des Artenschutzes
  • Schaffung von Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen
  • Bekämpfung von Schädlingen durch Nützlinge aus den Blühstreifen
  • Ganzjähriger Schutz gegen Erosion
  • Steigerung von Lebensqualität und Erholungswert der Landschaft
  • Oberflächen- und Grundwasserschutz
  • Möglichkeit zur Überwinterung für zahlreiche Lebewesen

Der Naturschutzverein möchte eine Projektgruppe „Blüh- und Wildwiesen“ gründen. Wer Lust hat mitzumachen, kann sich gern beim Vorstand (Impressum) melden.

Die Lage entspannt sich: Weniger tote Blaumeisen gemeldet

Gute Nachricht für Blaumeisen: Es werden immer weniger Verdachtsfälle gemeldet. Welchen Einfluss das Blaumeisensterben der letzten Wochen auf den Bestand hat, zeigte die große Vogelzählung zur Stunde der Gartenvögel am Wochenende.

Bis zum 14. Mai sind 19.500 Verdachtsmeldungen zum durch das Bakterium Suttonella ornithocola verursachten Blaumeisensterben eingegangen. Diese Meldungen betreffen knapp 36.000 Vögel – neben Blaumeisen in geringer Zahl auch andere Vogelarten. Gleichzeitig nehmen jahreszeitbedingt nun auch wieder die Meldungen am Usutu-Virus verendeter Amseln zu.

Am vergangenen Wochenende fand mit der „Stunde der Gartenvögel“ die große Vogelzählung in den Gärten und Parks der Republik statt. Natürlich stand die Blaumeise in diesem Jahr im Mittelpunkt des Interesses. Bundesweit betrachtet sind 22 Prozent weniger Blaumeisen pro Zählpunkt („Garten“) gemeldet worden. Statt 2,16 Blaumeisen pro Meldung sind es in diesem Jahr nur noch 1,66 – mit Abstand der niedrigste Wert seit Beginn der Zählungen im Jahr 2005.

Um herauszufinden, ob der Rückgang wirklich auf das Konto der Epidemie geht, haben die Ornithologen des NABU für jeden Landkreis und jeden Postleitzahlen-Bereich die Veränderungen der Blaumeisenzahlen zwischen 2019 und heute mit der Anzahl der Meldungen kranker Meisen verglichen.

Es ergab sich ein eindeutiger Zusammenhang. Je mehr Berichte toter Meisen aus einem Landkreis bei uns ankamen, desto größer waren dort auch die Bestandsrückgänge. Wir können daher davon ausgehen, dass zumindest ein Teil des Rückgangs gegenüber dem Vorjahr direkt auf das diesjährige Blaumeisensterben zurückzuführen ist. Ob auch noch andere Faktoren eine Rolle gespielt haben, kann jedoch nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden.

Der Naturschutzverein Gescher-Hochmoor wird in diesem Jahr zur Stützung der Meisenpopulation 200 Nistkästen anbringen. Dies soll im Herbst geschehen. Die Nistkästen sind aber bereits fertig gestellt. Am vergangen Freitag fand ein Probelauf der Anbringung statt, das ein großes, mediales Echo hatte.

Lies hier Beitrag über Anbringung von Meisenkästen.

*Quelle: Nabu/Foto: pixabay.com

200 Meisenkästen für Gescher und Hochmoor

Gemeinsam mit der Stadt Gescher will der Naturschutzverein Gescher-Hochmoor e. V. dem Eichenprozessionsspinner zu Leibe rücken. Sie setzen dabei auf Verbündete, den Meisen. 200 Nistkästen hat jetzt die Stiftung Haus Hall fertiggestellt. Matthias Homann, der Vorsitzende des Vereins, freut sich und ist mit der Qualität der gelieferten Nistkästen hochzufrieden.

„Die Meisenkästen sind für die nächste Brutsaison, einige davon werden wir aber schon in Kürze aufhängen, den Rest im Herbst,“ erläutert Matthias Homann. „Natürlich erst wenn die Coronasituation sich beruhigt hat,“ fügt er hinzu.  Im Augenblick wird eine Projektgruppe für das Ausbringen der Nistkästen gebildet. „Daran teilnehmen können alle Naturschutzfreunde, die uns dabei unterstützen wollen, teilnehmen.. einfach bei mir melden.“ (Kontaktdaten siehe   Impressum).

Anfang März hatte eine Auswahlkommission unter Leitung von Bürgermeister Kerkhoff dem Naturschutzverein Gescher-Hochmoor e. V. für seine Aktivitäten den diesjährigen innogy-Klimaschutzpreis verliehen. Die Aktion „Mehr Meisenkästen für Gescher“ ist eine gemeinsame Aktion des Vereins und der Stadt Gescher.

Gerade im vergangenen Jahr gab es enorm viele Nester mit Raupen der Nachtfalterart in vielen Eichen der Glockenstadt. Deshalb wollen die Naturschutzfreunde dafür sorgen,  dass es den Meisen bei uns gut geht. Ein guter Brutplatz gehört genau wie ein gutes Nahrungsangebot dazu.

Singvögel anzusiedeln, um sie als Mittel gegen den Eichenprozessionsspinner zu nutzen, löst das Problem Eichenprozessionsspinner aber nicht, warnt Homann vor überzogenen Hoffnungen.  „Es sind nur wenige Wochen im Jahr, in denen die Raupen der Eichenprozessionsspinner als Futter in Frage kommen“, erklärt er.

Futter bräuchten die Vögel aber das ganze Jahr über. Und das werde oft knapp – in den aufgeräumten Gärten in diesen insektenarmen Zeiten.