Blühstreifen geben Gescher ein schönes, natürliches Gesicht

Blühstreifen sind extra angelegte Flächen auf denen zahlreiche unterschiedliche Blühpflanzen wachsen, welche eine wichtige Nahrungsquelle für Bienen und andere Insekten darstellen. Deshalb werden solche Flächen  oft als Bienenweiden bezeichnet.

Einen besonders schönen Blühstreifen kann man z. Zt. vor Huesker Synthetik an der Frabrikstraße sehen. Bei gutem Wetter findet man dort  blütenbesuchende Insekten wie Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge. Nicht selten sieht man Menschen vom Fahrrad absteigen und die Blütenpracht bewundern.

Blühstreifen und Blühinseln können der Stadt Gescher ein fröhliches, natürliches Gesicht geben. Im Frühjahr hat die Stadt kostenlosen Samen an Bürger ausgegeben. Ein guter Anfang. Dennoch braucht das Projekt Blühstreifen mehr öffentliche Unterstützung. So hat die Stadt Sehnde z. B. 100 städtische Blühstreifen angelegt. Die Stadt Ahaus im vergangenen Jahr knapp 5.000 qm. Blühstreifen „wirken“ in vielerlei Hinsicht:

  • Förderung der Artenvielfalt in der Agrarlandschaft und des Artenschutzes
  • Schaffung von Lebens- und Rückzugsraum für zahlreiche Tiere und Pflanzen
  • Bekämpfung von Schädlingen durch Nützlinge aus den Blühstreifen
  • Ganzjähriger Schutz gegen Erosion
  • Steigerung von Lebensqualität und Erholungswert der Landschaft
  • Oberflächen- und Grundwasserschutz
  • Möglichkeit zur Überwinterung für zahlreiche Lebewesen

Der Naturschutzverein möchte eine Projektgruppe „Blüh- und Wildwiesen“ gründen. Wer Lust hat mitzumachen, kann sich gern beim Vorstand (Impressum) melden.

Unser Wonneproppen fliegt bald aus

Das ist der junge Wanderfalke im Turm der Pankratiuskirche. Am 13. Mai wurde er beringt, vermutlich wird er Ende dieser Woche im Alter von ca. 40 Tagen ausfliegen. Also Ferngläser bereithalten.

Da das Männchen in diesem Jahr nur das einzige Junge ist, das die Eltern aufziehen mussten ist es rundum gut genährt. Drei weitere, vermutlich unbefruchtete Eier wurden im Nest gefunden.

*Foto: Thorsten Thomas

Naturschutzgesetz beachten: Heckenschnitte in der Brutzeit der Vögel nicht erlaubt

Zwischen dem 1. März und dem 30. September ist der Heckenschnitt in Deutschland verboten. In diesem Zeitraum dürfen Hecken, Sträucher, Gehölze sowie Gebüsche und lebende Zäune nicht stark geschnitten oder gar entfernt werden. Durch das Gesetz sollen Vögel und Insekten geschützt werden. Besorgniserregend ist, dass es aktuell zu teils eklatanten Verstößen im Innen- und Außenbereich gegen das Bundesnaturschutz kommt.

So wurde in Höhe Up de Schaar im Außenbereich erst jüngst eine Wallhecke massiv, bis in`s gewachsene Holz hinein, beschnitten. Das ist nur in der Zeit vom 1. Oktober bis 1. März erlaubt. Brütende Vögel sollen so geschützt werden.

„Vögel und Insekten leiden in besonderem Maße unter der intensiven Landwirtschaft. Die Biodiversivität in den Außenbereichen geht ständig zurück. Auf brütende Tierarten muss besondere Rücksicht genommen und ein Verstoß gegen das Naturschutzgesetz kann nicht hingenommen werden,“ darauf weist unser Vorsitzender Matthias Homann in einer Pressemitteilung  hin.

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Mehrere Spaziergänger, die den Vorgang beobachteten, brachten den Verstoß dem Ordnungsamt zur Kenntnis. Nun muss der Landwirt mit einem Bußgeldbescheid in nicht unerheblicher Höhe rechnen. Die Naturschutzbehörde in Borken will den Vorgang konsequent aufarbeiten, wie vom Kreis versichert wurde.

Das Problem des unerlaubten Heckenschnitts stellt sich auch in der Stadt. Durch die Kurzarbeit und andere Begleiterscheinungen der Corona-Krise, haben viele Menschen mehr Freizeit, hat der NABU Kreis Borken festgestellt. Nicht wenige widmen sich in dieser Zeit der Umgestaltung ihres Gartens. In diesem  Zusammenhang haben Naturschutzfreunde vom NABU besonders  in den letzten Wochen im Kreisgebiet Borken feststellen müssen, dass in einigen Gärten regelrechte Kahlschläge erfolgt sind.

Alte Bäume und Sträucher wurden teilweise großflächig entfernt. Dabei haben die Gartenbesitzer offensichtlich nicht bedacht, dass sie diese Rodungen inmitten der Brutzeit der Singvögel durchgeführt haben. Für die brütenden Vögel ist der Verlust eines Geleges mit Eiern oder Jungvögeln kaum zu kompensieren und stellt für die Stadtfauna einen schweren Verlust dar.

Die Lage entspannt sich: Weniger tote Blaumeisen gemeldet

Gute Nachricht für Blaumeisen: Es werden immer weniger Verdachtsfälle gemeldet. Welchen Einfluss das Blaumeisensterben der letzten Wochen auf den Bestand hat, zeigte die große Vogelzählung zur Stunde der Gartenvögel am Wochenende.

Bis zum 14. Mai sind 19.500 Verdachtsmeldungen zum durch das Bakterium Suttonella ornithocola verursachten Blaumeisensterben eingegangen. Diese Meldungen betreffen knapp 36.000 Vögel – neben Blaumeisen in geringer Zahl auch andere Vogelarten. Gleichzeitig nehmen jahreszeitbedingt nun auch wieder die Meldungen am Usutu-Virus verendeter Amseln zu.

Am vergangenen Wochenende fand mit der „Stunde der Gartenvögel“ die große Vogelzählung in den Gärten und Parks der Republik statt. Natürlich stand die Blaumeise in diesem Jahr im Mittelpunkt des Interesses. Bundesweit betrachtet sind 22 Prozent weniger Blaumeisen pro Zählpunkt („Garten“) gemeldet worden. Statt 2,16 Blaumeisen pro Meldung sind es in diesem Jahr nur noch 1,66 – mit Abstand der niedrigste Wert seit Beginn der Zählungen im Jahr 2005.

Um herauszufinden, ob der Rückgang wirklich auf das Konto der Epidemie geht, haben die Ornithologen des NABU für jeden Landkreis und jeden Postleitzahlen-Bereich die Veränderungen der Blaumeisenzahlen zwischen 2019 und heute mit der Anzahl der Meldungen kranker Meisen verglichen.

Es ergab sich ein eindeutiger Zusammenhang. Je mehr Berichte toter Meisen aus einem Landkreis bei uns ankamen, desto größer waren dort auch die Bestandsrückgänge. Wir können daher davon ausgehen, dass zumindest ein Teil des Rückgangs gegenüber dem Vorjahr direkt auf das diesjährige Blaumeisensterben zurückzuführen ist. Ob auch noch andere Faktoren eine Rolle gespielt haben, kann jedoch nicht mit Sicherheit ausgeschlossen werden.

Der Naturschutzverein Gescher-Hochmoor wird in diesem Jahr zur Stützung der Meisenpopulation 200 Nistkästen anbringen. Dies soll im Herbst geschehen. Die Nistkästen sind aber bereits fertig gestellt. Am vergangen Freitag fand ein Probelauf der Anbringung statt, das ein großes, mediales Echo hatte.

Lies hier Beitrag über Anbringung von Meisenkästen.

*Quelle: Nabu/Foto: pixabay.com

Meisenkästen zur Stützung der Meisenpopulation und gegen den Eichenprozessionsspinner

Meisen können einen Beitrag zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners leisten, lösen können sie das Problem aber ganz bestimmt nicht. So diente die Aktion von einigen Naturschutzfreunden am Freitagnachmittag auch dem Ziel, die Population der Meisen und anderer Höhlenbrüter zu stützen.

In den letzten Monaten war ein vermehrtes Sterben von Blaumeisen zu beobachten. Die Tiere litten an einer bakteriellen Infektion, die bei Meisen eine Lungenentzündung hervorruft und am Ende zum Tod führt.  Glücklicherweise hält sich das Phänomen im Münsterland noch sehr in Grenzen.

200 Meisenkästen wollen wir im Herbst aufhängen. Die Stadt Gescher hat sie finanziert und Haus Hall in bekannter guter Qualität hergestellt.  Am Freitag gab´s einen Probelauf, um die Vorgehensweise zu optimieren. Auch wegen Corona hat der Vorstand die eigentliche Aktion auf den Herbst verschoben, ohnehin die Zeit in der Meisenkästen aufgehängt werden.

Mit dabei waren auch die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr. Mit ihrem Teleskopfahrzug wurde die Aktion zu einer Sache mit Spaßfaktor. Unser Vorsitzender Matthias Homann bedankte sich ausdrücklich für die freundliche Unterstützung.

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Bernhard Terwey, einer der Gründungsmitglieder des Vereins, montierte den ersten Kasten. Er zeigte weniger Versierten worauf es bei der Anbringung ankommt: „Eine Ausrichtung nach Osten oder Südosten ist ideal. Damit kein Regen eindringen kann, sollte ein Nistkasten niemals nach hinten, eher nach vorne überhängen. Nisthilfen von gleicher Bauart sollten in Abständen von mindestens vierzig Metern aufgehängt werden,“ erläuterte der erfahrene Naturschützer dem Nachwuchs.

Unser Mitglied Anne Kortüm erwies sich auch in luftiger Höhen als schwindelfrei und durchaus mit Heimwerkertalent. Geschickt beteiligte auch sie sich an der Anbringung der Kästen.

Anne Kortüm ist seit wenigen Tagen Bewerberin (parteilos) für das Bürgermeisteramt. Damit bewerben sich gleich zwei Mitglieder unseres  Vereins um das höchste Amt im Rathaus. Wie bekannt hat schon vor geraumer Zeit Klaus Schonnebeck (SPD) seine Bewerbung angemeldet. Gute Aussichten für den Naturschutz in Gescher.

Naturschutzfreund Klaus Schonnebeck bringt eine weitere Variante zur Bekämpfung des Eichenprozessionsspinners in`s Spiel. Ein Baumring am Ende mit einem Sack der einen Botenstoff (Kairomon) enthält. Der imitiert den Duft von jungen Eichentrieben und zieht den Eichenprozessionsspinner an. Zusätzlich reagiert der Sack durch seine schwarze Farbe auf die Sonne und erhitzt sich auf bis zu 70 Grad. Der Effekt: „Die eiweißhaltige Raupe zersetzt sich selbst“. Der Vorteil bei der Falle ist, dass sie umweltfreundlich und für andere Lebewesen ungefährlich ist.

Gefahr von Wildunfällen: Vorsicht am Mühlengrund

Mehr als 250.000 Wildunfälle werden den Versicherern in jedem Jahr gemeldet. Die meisten Autofahrer kommen zwar mit einem Blechschaden davon. Dennoch bittet der Vorsitzende des Naturschutzvereins, Matthias Homann, um besondere Vorsicht in diesen Tagen. Der Mai ist in der Regel ein Monat mit besonders viel Wildunfällen.

In den letzten zwei Wochen ereigneten sich gleich mehrere Wildunfälle in den Bauernschaften. Dabei tauchen die Rehe nicht nur „weit draußen“ plötzlich auf der Straße auf, man findet sie direkt  am Stadtrand von Gescher.

Wie am Mühlengrund, gegenüber Baumarkt und Discounter. Jeden Tag wird hier eine Gruppe von Rehen bis an den Straßenrand gesehen. Matthias Homann bittet die Autofahrer um Aufmersamkeit und Vorsicht:  „Die überwiegende Anzahl der Wildunfälle passiert morgens zwischen 5 und 8 Uhr sowie abends zwischen 17 und 0 Uhr, dennoch kann die Zeit zwischen 1 und 4 Uhr nachts angesichts der geringen Verkehrsstärken  ebenso ziemlich gefährlich werden.“

Für Mensch und Tier hat ein Zuammenstoß  schlimme Folgen. Für das Tier endet die Kollision meist tödlich.  So beträgt der Bremsweg bei einer Geschwindigkeit von 80 km/h bereits 55 Meter. Springt ein Tier abrupt auf die Straße, lässt sich eine Kollision fast nicht mehr vermeiden. Die Wucht, mit der beispielsweise ein Hirsch auf ein 60 km/h fahrendes Auto aufprallt, entspricht mit 5 Tonnen dem Gewicht eines ausgewachsenen Elefanten.

*Foto: Reh direkt Nähe Mühlengrund

Hochlandrinder auf extensiver Weide in Tungerloh Capellen

Extensive Beweidung mit Hochlandrindern können interessierte Naturfreunde in Tungerloh Capellen sehen. Direkt an der Berkel  neben Antoniuskapelle und  Olaf Stein`s Landhaus Capellen grasen diese urigen Rinder.

Die Tiere  haben  viel Auslauf  und überweiden die Wiese nicht. So bleiben Grasbüschel stehen, in denen Insekten leben können.

Hinzu kommt, dass ein Rind täglich rund 40 kg kotet. Die daraus entstehenden Kuhfladen bieten Insekten Nahrung , die wiederum Vögel ernähren. Naturschutzexperten glauben, dass dadurch rund 20 Singvögel pro Kuh mehr auf einer solchen Wiese leben können als auf Wiesen ohne Kühe.

Quelle: topAgrar/Foto: fjk.

 

Wiesenmahd hat begonnen: Rehkitze vor grausamen Mähtod retten

Der Einsatz moderner Mähtechnik mit hoher Schlagkraft hat zu einer zunehmenden Gefährdung von Wildtieren der Agrarlandschaft geführt. Um Schäden und Verluste an Wildtieren zu vermeiden, kommt dem wildtierschonenden Mähen daher immer größere Bedeutung zu.

Landwirte sollten die Jagdpächter schon im Vorfeld über geplante Mahdtermine informieren, damit rechtzeitig geeignete Vergrämungsmaßnahmen durchgeführt werden können. (siehe Bild oben: Jagdpächter und Landwirt Hand in Hand)

Besonders wichtig zur Vermeidung von Wildtierschäden ist die Mahd von innen nach außen, der Verzicht auf Nachtmahd, wenn möglich eine Verringerung der Fahrgeschwindigkeit beim Mähen, das Aussparen von Teilflächen sowie der Einsatz moderner Vergrämungstechniken während der Mahd.

Der Schutzeffekt betrifft Rehwild und Feldhasen, aber auch andere Kleinsäuger, bodenbrütende Wiesen- und Feldvogelarten, wobei nicht alle Maßnahmen auf die unterschiedlichen Tiergruppen gleichermaßen wirken. So haben beispielsweise bei Reh und Hase erfolgreiche Vergrämungsmethoden bei bodenbrütenden Vogelarten wenig Effekte.

Hier bietet es sich an, festgestellte Brutplätze zu markieren und zu umfahren. Auch wenn bei den aufgeführten Maßnahmen der Tierschutzaspekt im Vordergrund steht, sind sie vor dem Hintergrund der hohen Sensibilität der Bevölkerung doch auch wichtig für die Außenwahrnehmung und das Image der Landwirtschaft.

Gemäß dem neuen Landesnaturschutzgesetz NRW (§4 Abs. 1) ist es bei der Mahd auf Grünlandflächen ab 1 Hektar verboten, von außen nach innen zu mähen. Nur stark hängiges Gelände ist hiervon ausgenommen.

*Quelle: Landwirtschaft

Kuckuck könnte ein Opfer des Klimawandels werden

Die Strecke hat es in sich. Zweimal im Jahr fliegen unsere Kuckucke zwischen Mitteleuropa und Zentralfrika hin und her. Die meisten überwintern südlich des Äquators, nur ein kleinerer Teil auch in Westafrika. Es könnte sein, dass der Kuckuck für`s Brutgeschäft zu spät kommt. Der Klimawandel macht`s. 

Der lange Weg zwischen Sommer- und Winterquartier bringt es mit sich, dass die Kuckucke nur ein Vierteljahr bei uns bleiben. Im Normalfall kommen sie in der zweiten Aprilhälfte in Mitteleuropa an, Anfang August geht es dann schon wieder retour. Viele Altvögel – sie müssen ja keinen Nachwuchs aufziehen – fliegen bereits Im Juli los, die allerfrühesten sogar im Juni.

Der Klimawandel könnte ihm nun einen Strich durch die Rechnung machen. Da viele seiner Wirtsvögel wie Hausrotschwanz und Rotkehlchen immer früher brüten, hat er es schwer, noch Nester zu finden, die ganz am Anfang ihrer Brut stehen. Auf die ist er aber angewiesen, damit der junge Kuckuck möglichst als Erster schlüpft und noch die Eier oder Jungvögel seiner Zieheltern über den Nestrand schieben kann.

Wird es dem Kuckuck gelingen, seinen Flugplan auf die veränderten Bedingungen einzustellen? Meldungen von Kuckuck-Beobachtungen bei www.naturgucker.de helfen, mögliche Veränderungen in seinem Zugverhalten festzustellen. Je mehr Meldungen eingehen, desto genauer ist die Situation einzuschätzen.

Der Kuckuck kommt in Europa, Asien und Teilen Nordafrikas vor. In Mitteleuropa schätzt man seinen Bestand auf 360.000 bis 550.000 Brutpaare. Leider nehmen die Kuckucke in den letzten Jahrzehnten vielerorts ab. Diese Entwicklung läuft parallel zum Rückgang vieler Feld- und anderer Vögel, deren Lebensräume unserem Landhunger und den Veränderungen in der Agrarlandschaft zum Opfer gefallen sind. Mit dem Einsatz von Giften verschwinden zudem viele Wildpflanzen und die an ihnen lebenden Beutetiere wie Raupen, Käfer oder Heuschrecken.

Quelle/Foto Kerstin Kleinke

Ursache gefunden: Bakterielle Infektion verursacht Blaumeisensterben

Gleich mehrere Ämter haben die Ursache für das Blaumeisensterben bestätigt: Es handelt sich um eine bakterielle Infektion, die bei Meisen eine Lungenentzündung hervorruft. Für Menschen und Haustiere ist der Erreger dagegen ungefährlich.

Der mysteriöse Krankheitserreger, der das aktuelle Meisensterben verursacht hat, ist identifiziert: Es handelt sich um das Bakterium Suttonella ornithocola, das bei betroffenen Vögeln vor allem eine Lungenentzündung verursacht. Die Identität des Erregers wurde gestern von mehreren Landesuntersuchungs- ämtern vermeldet. Damit bestätigt sich der Verdacht, den NABU-Expert*innen bereits seit einiger Zeit hegten. Das Bakterium ist erst seit 1996 bekannt und wurde erstmals aus Großbritannien beschrieben.

Bereits seit Anfang März wurden in Deutschland auffallend viele Blaumeisen beobachtet, die offensichtlich krank wirken und kurz darauf versterben. Seit Anfang April ruft der NABU daher dazu auf, Verdachtsfälle dieses Phänomens über ein Online-Formular zu melden. Bis zum gestrigen Dienstag wurden innerhalb von nur 12 Tagen bereits 13.800 Fälle gemeldet, die etwa 26.000 Vögel betreffen.

Der Erreger ist für Menschen und Haustiere ungefährlich. Da Vögel aber auch an anderen Krankheiten gestorben sein könnten und grundsätzlich oft mehrere Pathogene in sich tragen können, ist beim Umgang mit toten Vögeln immer mit Vorsicht vorzugehen.

Wie stark die Meisenbestände tatsächlich von der für Deutschland neuen Vogelkrankheit beeinträchtigt wurden, werden die Ergebnisse der großen NABU-Gartenvogelzählung im Rahmen der „Stunde der Gartenvögel“ vom 8. bis 10. Mai zeigen. Besonders spannend wird es sein, die Ergebnisse der Zählungen der sich an der Aktion beteiligenden Bürger mit dem sich aus der Meldeaktion abzeichnenden Verbreitungsgebiet des „Blaumeisensterbens“ zu verschneiden.

*Quelle: Nabu – *Foto: Otto Schäfer