Kuckuck könnte ein Opfer des Klimawandels werden

Die Strecke hat es in sich. Zweimal im Jahr fliegen unsere Kuckucke zwischen Mitteleuropa und Zentralfrika hin und her. Die meisten überwintern südlich des Äquators, nur ein kleinerer Teil auch in Westafrika. Es könnte sein, dass der Kuckuck für`s Brutgeschäft zu spät kommt. Der Klimawandel macht`s. 

Der lange Weg zwischen Sommer- und Winterquartier bringt es mit sich, dass die Kuckucke nur ein Vierteljahr bei uns bleiben. Im Normalfall kommen sie in der zweiten Aprilhälfte in Mitteleuropa an, Anfang August geht es dann schon wieder retour. Viele Altvögel – sie müssen ja keinen Nachwuchs aufziehen – fliegen bereits Im Juli los, die allerfrühesten sogar im Juni.

Der Klimawandel könnte ihm nun einen Strich durch die Rechnung machen. Da viele seiner Wirtsvögel wie Hausrotschwanz und Rotkehlchen immer früher brüten, hat er es schwer, noch Nester zu finden, die ganz am Anfang ihrer Brut stehen. Auf die ist er aber angewiesen, damit der junge Kuckuck möglichst als Erster schlüpft und noch die Eier oder Jungvögel seiner Zieheltern über den Nestrand schieben kann.

Wird es dem Kuckuck gelingen, seinen Flugplan auf die veränderten Bedingungen einzustellen? Meldungen von Kuckuck-Beobachtungen bei www.naturgucker.de helfen, mögliche Veränderungen in seinem Zugverhalten festzustellen. Je mehr Meldungen eingehen, desto genauer ist die Situation einzuschätzen.

Der Kuckuck kommt in Europa, Asien und Teilen Nordafrikas vor. In Mitteleuropa schätzt man seinen Bestand auf 360.000 bis 550.000 Brutpaare. Leider nehmen die Kuckucke in den letzten Jahrzehnten vielerorts ab. Diese Entwicklung läuft parallel zum Rückgang vieler Feld- und anderer Vögel, deren Lebensräume unserem Landhunger und den Veränderungen in der Agrarlandschaft zum Opfer gefallen sind. Mit dem Einsatz von Giften verschwinden zudem viele Wildpflanzen und die an ihnen lebenden Beutetiere wie Raupen, Käfer oder Heuschrecken.

Quelle/Foto Kerstin Kleinke

Ursache gefunden: Bakterielle Infektion verursacht Blaumeisensterben

Gleich mehrere Ämter haben die Ursache für das Blaumeisensterben bestätigt: Es handelt sich um eine bakterielle Infektion, die bei Meisen eine Lungenentzündung hervorruft. Für Menschen und Haustiere ist der Erreger dagegen ungefährlich.

Der mysteriöse Krankheitserreger, der das aktuelle Meisensterben verursacht hat, ist identifiziert: Es handelt sich um das Bakterium Suttonella ornithocola, das bei betroffenen Vögeln vor allem eine Lungenentzündung verursacht. Die Identität des Erregers wurde gestern von mehreren Landesuntersuchungs- ämtern vermeldet. Damit bestätigt sich der Verdacht, den NABU-Expert*innen bereits seit einiger Zeit hegten. Das Bakterium ist erst seit 1996 bekannt und wurde erstmals aus Großbritannien beschrieben.

Bereits seit Anfang März wurden in Deutschland auffallend viele Blaumeisen beobachtet, die offensichtlich krank wirken und kurz darauf versterben. Seit Anfang April ruft der NABU daher dazu auf, Verdachtsfälle dieses Phänomens über ein Online-Formular zu melden. Bis zum gestrigen Dienstag wurden innerhalb von nur 12 Tagen bereits 13.800 Fälle gemeldet, die etwa 26.000 Vögel betreffen.

Der Erreger ist für Menschen und Haustiere ungefährlich. Da Vögel aber auch an anderen Krankheiten gestorben sein könnten und grundsätzlich oft mehrere Pathogene in sich tragen können, ist beim Umgang mit toten Vögeln immer mit Vorsicht vorzugehen.

Wie stark die Meisenbestände tatsächlich von der für Deutschland neuen Vogelkrankheit beeinträchtigt wurden, werden die Ergebnisse der großen NABU-Gartenvogelzählung im Rahmen der „Stunde der Gartenvögel“ vom 8. bis 10. Mai zeigen. Besonders spannend wird es sein, die Ergebnisse der Zählungen der sich an der Aktion beteiligenden Bürger mit dem sich aus der Meldeaktion abzeichnenden Verbreitungsgebiet des „Blaumeisensterbens“ zu verschneiden.

*Quelle: Nabu – *Foto: Otto Schäfer

Am Muttertagswochenende Vögel zählen

Amsel, Drossel, Fink und Star – die „Stunde der Gartenvögel“ ist wieder da! Vom 8. bis 10. Mai werden in ganz Deutschland Vögel gezählt. Darauf macht schon jetzt der NABU aufmerksam. In diesem Jahr erwarten die Ornithologen des NABU die neuen Gartenvogeldaten mit Spannung und Sorge.

Die  Stunde der Gartenvögel hatte in den vergangenen Jahren starke Teilnehmerzuwächse zu verzeichnen. Je mehr Menschen teilnehmen, umso aussagekräftiger sind die gewonnenen Ergebnisse.

In diesem Jahr erwarten die Ornithologen des NABU die neuen Gartenvogeldaten mit besonderer Spannung und Sorge. Eine der häufigsten und beliebtesten Arten, die Blaumeise, ist derzeit in Teilen der Republik durch ein auffälliges Massensterben aufgrund einer bisher unbekannten Krankheit bedroht. Innerhalb von nur sechs Tagen über das Osterwochenende haben wir bereits 10.000 Meldungen mit etwa 20.000 toten oder kranken Meisen erhalten. Die kommende Zählung im Mai wird uns Auskunft darüber geben, ob sich dies in den Bestandstrends der Blaumeisen in den besonders betroffenen Gebieten widerspiegelt.

Viele Menschen haben in den letzten Wochen während der Ausgangsbeschränkungen den Wert der Natur vor Ihrer Haustür wieder neu schätzen gelernt. Gartenvögel wie bei Blaumeise haben dabei in diesem Frühling sicher-lich deutlich mehr Aufmerksamkeit erfahren als in anderen Jahren. Wir hoffen, dass sich dies in einer besonders regen Beteiligung an der Vogelzählung niederschlägt. Wer mehr Natur in seinem Umfeld erleben und Gartenvögeln helfen möchte, sollte seinen Hof oder Garten zum Mini-Naturschutzgebiet machen. Schauen Sie auch nach den Tipps für einen vogelfreundlichen Garten.

Im vergangenen Jahr hatten über 76.000 Vogelfreunde bei der Stunde der Gartenvögel mitgemacht und Beobachtungszahlen aus fast 52.000 Gärten gemeldet. Gemeinsam mit der Schwesteraktion, der „Stunde der Wintervögel“ handelt es sich damit um Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmach-Aktion.

*Quelle: NABU

Warum sterben die Meisen? Nabu bittet um Hilfe

Seit März werden aus vielen Gärten Blaumeisen gemeldet, die krank wirken und schnell sterben. Der Nabu möchte herausfinden warum. Naturfreunde, die ähnliche Beobachtungen gemacht haben, können Informationen zum Naturschutzbund geben.

Derzeit grassiert eine bis jetzt unbekannte und scheinbar ansteckende Krankheit in der Vogelwelt, vor allem Blaumeisen scheinen betroffen zu sein. Ab 11. März wurden erste Fälle aus Rheinhessen in Rheinland-Pfalz und den angrenzenden Regionen am Mittelrhein in Hessen bekannt. Bis zum 8. April wurden über 60 Fälle mit über 150 toten Meisen aus einer Region zwischen dem Westerwald in Rheinland-Pfalz über Mittelhessen bis ins westliche Thüringen bekannt.

Um die Ausbreitung dieses neuen Phänomens und seine Auswirkungen auf Vögel zu erfassen und zu bewerten, bittet der NABU um die Meldung kranker oder toter Blaumeisen und das Einsenden von Proben zur Untersuchung.

Direkt zum Onlineformular

Die Vögel wirken apathisch und aufgeplustert, die Augen verklebt Von der jetzt auftretenden Krankheit betroffen sind anscheinend vor allem Blaumeisen, in einzelnen Fällen auch Kohlmeisen oder andere kleine Singvögel. Die erkrankten Vögel werden meist in der Umgebung von Futterstellen in Gärten beobachtet und fallen dadurch auf, dass sie nicht mehr auf ihre Umwelt reagieren. Es wurde beobachtet, dass Blaumeisen, die kurz darauf starben, apathisch und aufgeplustert auf dem Boden saßen und keine Fluchtversuche bei sich nähernden Menschen unternahmen.

Kranke Meise – Foto: Otto Schäfer

Weitere mutmaßliche Symptome der Krankheit sind, dass die Vögel wirken, als hätten sie Atemprobleme, Teile des Kopfgefieders sind ausgefallen, die Augen wirken verklebt. Sie nehmen kein Futter mehr auf oder können anscheinend nicht mehr schlucken. Manche Meisen wirken, als hätten sie unstillbaren Durst.

Angesichts der besonderen Betroffenheit von Blaumeisen und der Jahreszeit des Auftretens passt keine der bekannten kursierenden Vogelkrankheiten zum neuen Phänomen. Das von Stechmücken übertragene Usutu-Virus tritt im Sommer auf und befällt vor allem Amseln. Das in Deutschland neue West-Nil-Virus ist ebenfalls auf den Hochsommer beschränkt. Trichomoniasis benötigt ebenfalls sommerliche Temperaturen und äußert sich vor allem in einem Sterben von Grünfinken. An ungepflegten Futterstellen regelmäßig auftretende Salmonellen-Vergiftungen wirken ebenfalls nicht spezifisch auf Blaumeisen und sind bereits bundesweit verbreitet.

Zum Hantieren mit toten Vögeln wird grundsätzlich das Verwenden von Handschuhen oder einer umgestülpten Plastiktüte sowie eine anschließende Händereinigung empfohlen.

*Quelle: Nabu

*Fotos: Nabu

200 Meisenkästen für Gescher und Hochmoor

Gemeinsam mit der Stadt Gescher will der Naturschutzverein Gescher-Hochmoor e. V. dem Eichenprozessionsspinner zu Leibe rücken. Sie setzen dabei auf Verbündete, den Meisen. 200 Nistkästen hat jetzt die Stiftung Haus Hall fertiggestellt. Matthias Homann, der Vorsitzende des Vereins, freut sich und ist mit der Qualität der gelieferten Nistkästen hochzufrieden.

„Die Meisenkästen sind für die nächste Brutsaison, einige davon werden wir aber schon in Kürze aufhängen, den Rest im Herbst,“ erläutert Matthias Homann. „Natürlich erst wenn die Coronasituation sich beruhigt hat,“ fügt er hinzu.  Im Augenblick wird eine Projektgruppe für das Ausbringen der Nistkästen gebildet. „Daran teilnehmen können alle Naturschutzfreunde, die uns dabei unterstützen wollen, teilnehmen.. einfach bei mir melden.“ (Kontaktdaten siehe   Impressum).

Anfang März hatte eine Auswahlkommission unter Leitung von Bürgermeister Kerkhoff dem Naturschutzverein Gescher-Hochmoor e. V. für seine Aktivitäten den diesjährigen innogy-Klimaschutzpreis verliehen. Die Aktion „Mehr Meisenkästen für Gescher“ ist eine gemeinsame Aktion des Vereins und der Stadt Gescher.

Gerade im vergangenen Jahr gab es enorm viele Nester mit Raupen der Nachtfalterart in vielen Eichen der Glockenstadt. Deshalb wollen die Naturschutzfreunde dafür sorgen,  dass es den Meisen bei uns gut geht. Ein guter Brutplatz gehört genau wie ein gutes Nahrungsangebot dazu.

Singvögel anzusiedeln, um sie als Mittel gegen den Eichenprozessionsspinner zu nutzen, löst das Problem Eichenprozessionsspinner aber nicht, warnt Homann vor überzogenen Hoffnungen.  „Es sind nur wenige Wochen im Jahr, in denen die Raupen der Eichenprozessionsspinner als Futter in Frage kommen“, erklärt er.

Futter bräuchten die Vögel aber das ganze Jahr über. Und das werde oft knapp – in den aufgeräumten Gärten in diesen insektenarmen Zeiten.

Gülle hat Einfluss auf Tier- und Pflanzenarten

Gülle wird zwar auf den Boden ausgebracht und eingearbeitet, kann aber über Auswaschung und Ausgasung  Einfluss auf die Umwelt, wie Tier- und Pflanzenarten, Boden, Wasser und Luft nehmen, darauf weist die Landwirtschaftskammer NRW in einem Beitrag hin:

Wenn Gülle in Gewässer gelangt, haben die Nährstoffe in der Gülle Auswirkungen darauf. Sie können bei zu viel Eintrag von Stickstoff und vor allen Dingen Phosphat in einem längeren Prozess „eutrophieren“ und letztlich „umkippen“. Das bedeutet, dass sich in einem Gewässer aufgrund der Düngung viel organische Substanz, beispielsweise in Form von Algen, bildet. Dadurch sinkt der Sauerstoffanteil im Wasser und die im Gewässer vorhandenen Lebewesen können wegen Sauerstoffmangels absterben.

Der Stickstoff aus der Gülle hat auch Einfluss auf Pflanzengesellschaften. Ganz extrem gilt dies für Moorpflanzen. Hier reicht schon der Eintrag des Stickstoffs aus der Luft durch Regen und Gewitter, ungefähr 25 kg pro Hektar und Jahr, um diese Pflanzengesellschaften in ihrer Zusammensetzung zu verändern.

Aber auch bestimmte Pflanzengesellschaften im Grünland, besonders auf unseren Mittelgebirgsstandorten, wie die kräuterreichen mageren Wiesen und Weiden kommen mit der „normalen“ Stickstoffdüngung, wie sie vom Gesetzgeber erlaubt ist, nicht zurecht. Wenn auf diesen Standorten Gülle ausgebracht wird, wachsen andere Pflanzen viel schneller und höher und unterdrücken dadurch die typischen Arten des Magerstandortes.

So sind die Gräser und Kräuter eines Magerrasens, wie die Aufrechte Trespe oder die Skabiosen-Flockenblume, viel zu konkurrenzschwach gegen Gräser der Fettwiesen, wie Weidelgräser oder Wiesenrispe, und verschwinden daher mit der Zeit. Deshalb sind bestimmte Pflanzengesellschaften, wie die Kalkmagerrasen, aus naturschutzfachlicher Sicht geschützt. Hier darf keine Gülle ausgebracht werden, damit die Pflanzengesellschaften in ihrer Zusammensetzung erhalten bleiben.

Um andere, nährstoffarme und artenreiche Grünlandstandorte zu erhalten, können Landwirte an freiwilligen Programmen, wie der Extensivierung oder besonderen Vertragsnaturschutzpro- grammen, teilnehmen.

Hier wird vorgeschrieben, wann gemäht oder beweidet werden kann und ob überhaupt und wenn ja, wie viel organischer Dünger auf die Flächen ausgebracht werden darf. Da von diesen Flächen weniger geerntet werden kann, gibt es für die teilnehmenden Landwirte eine Entschädigung.

Wird Gülle direkt durch das sogenannte Injektionsverfahren im Boden abgelegt, meiden die Bodenlebewesen diese konzentrierte Nährstoffansammlung.

Die Gülledüngung nimmt auch Einfluss auf die Luft. Das Ammoniak, welches bei der Gülleausbringung in die Luft entweicht, führt zu einer möglichen Versauerung oder Nährstoffanreicherung der Böden und Gewässer, wenn es an anderer Stelle wieder auf die Erde trifft.

Ammoniak kann sich auch in eine der zahlreichen anderen umweltwirksamen stickstoffhaltigen Verbindungen umwandeln. Dies hat negative Folgen für die Qualität der Atemluft.

*Quelle: Landwirtschaftskammer NRW

Fördergeld für Feldvogel-Inseln abrufen

Mit dem einsetzenden Frühling beginnt die Brutzeit unserer heimischen Vögel. Auch unsere Feldvögel wie Kiebitz, Feldlerche und Rebhuhn können auf und über zahlreichen landwirtschaftlichen Nutzflächen bei der Balz beobachtet werden. Kiebitz und Co. mögen vor allem im Frühjahr noch unbearbeitete Flächen, auf denen später Feldfrüchte angebaut werden.

Seit 1980 sind rund 56 Prozent aller Feldvögel bei uns verschwunden. Für den Naturschutzverein Gescher sind die Zahlen des europaweiten Vogelsterbens in unserer Landschaft ein alarmierendes Zeichen.

Wenn in der Brutphase der Tiere die landwirtschaftlichen Flächen zur Einsaat vorbereitet werden, gehen bei der flächigen Bodenbearbeitung leider viele Gelege verloren. Schon seit einigen Jahren sinken die Bestandszahlen unserer Feldvögel dramatisch. Auch Gescher ist da keine Ausnahm. Um diesem „Trend“ entgegenzuwirken, wird auch in diesem Jahr wieder eine einmalige Prämie für den Schutz der Gelege im Rahmen der Umsetzung der Biodiversitätsstrategie vom Land Nordrhein-Westfalen zur Verfügung gestellt.

Das Umweltministerium NRW wendet sich daher an Landwirtinnen und Landwirte, die ihre Ackerflächen noch nicht bestellt haben. Für die Anlage von unbewirtschafteten Teilbereichen innerhalb einer Ackerfläche mit einer Größe von 0,5 bis 1 Hektar und einer Breite von mindestens 50 Metern und den Verzicht auf jegliche Bearbeitung dieser Inseln ab dem 1. April bis zur Ernte der angrenzenden Hauptfrucht (spätestens bis zum 01.Oktober) wird ein Ausgleichsbetrag gezahlt.

Der Betrag richtet sich in der Höhe nach der Feldfrucht, in der die Brache eingerichtet wird. So wird beispielsweise 1.050 Euro je Hektar bei Silomais gezahlt, vorausgesetzt auf den Flächen befinden sich mindestens drei Feldvogelpaare. Bei anderen Feldfrüchten variieren die Ausgleichszahlungen.

Auf der Internetseite der Bezirksregierung Münster, www.bezreg-muenster.de, ist das Programm näher erläutert (z.B. über die Suchmaske mit dem Stichwort „Feldvogelinseln“). Dort sind auch die entsprechenden Anträge zu finden.

Für die Beantragung einer Förderung ist ein Nachweis der Vögel auf der Fläche notwendig. Dieser Nachweis wird durch die Biologische Station Zwillbrock oder durch die Untere Naturschutzbehörde des Kreises Borken erbracht. Die Biologische Station erreichen Sie unter Tel. 02564/98600 oder per E-Mail an info@bszwillbrock.de und die Untere Naturschutzbehörde unter Tel. 02861/82-1421 oder per E-Mail an t.olthoff@kreis-borken.de.

Coronakrise: Abstand an den Kanzeln im Kuhlenvenn einhalten

Die Aussichtsplattformen und -kanzeln des Projektes „Grenzenlose Naturerlebnisse“ sind aufgrund der Corona-Pandemie im gesamten Kreisgebiet nun mit Hinweisschildern zu den aktuellen Abstandsregelungen versehen.

Besonderes gilt für das Zwillbrocker Venn. Erfreulicherweise sind die Flamingos dorthin zurückgekehrt. Das führt nun allerdings dort zu einem erhöhten Besucheraufkommen von beiderseits der Grenze.

Die Abstandsregelungen auf den Kanzeln, auch am Kuhlenvenn,  wurden leider zum großen Teil nicht eingehalten. Aus diesem Grund mußten die Kanzeln am Zwillbrocker Venn jetzt geschlossen werden.

Informationen zu den Standorten der Aussichtsplattformen und -kanzeln gibt es im Internet unter:

https://grenzenlose-naturerlebnisse.de/naturerlebnis/grenzenlose-naturerlebnisse/natura-2000-gebiete/.

Vogelgesang begrüßt Dich jeden Morgen

Wenn die Tage länger werden und die ersten Blumen blühen, beginnen auch die Vögel zu singen. Am intensivsten schon früh morgens in der Dämmerung und so laut, dass es selbst Menschen auffällt, die sich sonst nicht speziell für die Vogelwelt interessieren.

Zu den ersten Sängern im Februar und März zählt die Amsel. Schon vor Sonnenaufgang beginnen die Männchen mit ihren melodiösen Strophen den Tag. Gerne singen sie von hohen exponierten Stellen wie Dachgiebeln und Baumkronen, damit ihr Gesang weithin hörbar ist. Manchmal kann man die Reviergrenzen genau sehen, wenn sie beispielsweise entlang einer Straße verlaufen und sich die Amsel-Männchen an der unsichtbaren Grenzlinie auch kleine Raufereien in der Luft liefern. Flatternd steigen sie dann gegeneinander hoch, um die Grenzlinie klar zu machen.

Der morgendliche Vogelgesang im Frühjahr dient in erster Linie der Revierabgrenzung und der Werbung um einen Brutpartner. Männchen mit einem Revier zeigen mit ihrem Gesang benachbarten Männchen: wo ich singe ist mein Revier! Und singende Männchen zeigen den Weibchen, dass sie bereit sind, hier in ihrem Revier eine Familie zu gründen, ein Nest zu bauen und Nachwuchs aufzuziehen.

Weibchen können am Aussehen und am Gesang eines Männchens erkennen, ob es ein guter Brutpartner ist, mit dem man erfolgreich eine Familie gründen kann. Reviergesang ist auch eine Liebesbezeugung – bei der Goldammer passt das sogar genau, denn ihre Strophe klingt in unserer Menschensprache etwa wie „wie-wie-hab-ich-dich-lieb“. Auslöser für das Balzverhalten sind die länger werdenden Tage, die Einfluss auf den Hormonhaushalt nehmen und die Vögel zu diesen Aktivitäten animieren.

Manche Vogelmännchen präsentieren interessierten Weibchen sogar schon Brutplätze. Zaunkönige stellen im Unterholz gut versteckt mehrere Nestkugeln aus Moos im Rohbau fertig und das Weibchen darf sich eines davon aussuchen. Immerhin muss das Weibchen darin auch fast drei Wochen brüten, das heißt bis auf kurze Pausen unentwegt auf den Eiern sitzen – dabei muss man sich wohl und sicher fühlen! Der Gartenrotschwanz zeigt dem Weibchen passende Bruthöhlen in Obstbäumen oder Nistkästen. Auch hier trifft das Weibchen die endgültige Auswahl.

*Quelltext: NABU

#Vögel

Weltwassertag: Hochwertige Lebensräume für heimische Tier- und Pflanzenarten entwickeln

Die Auswirkungen des Klimawandels auf das Wasser sind vielfältig. Schwankende Niederschlagsverhältnisse und Trockenheit wirken sich auch im Kreis Borken in besonderer Weise auf das Grundwasser sowie die Fließgewässer aus.

Betroffen sind sowohl Land- und Forstwirtschaft als auch die Artenvielfalt in der Natur. Bereits seit 1993 findet am 22. März jeden Jahres der „Weltwassertag“ der UN statt.

„Wichtig ist, dass wir wieder sensibler im Umgang mit Wasser werden: erstens mit Blick auf seine Funktion als Lebensmittel und Ressource – also hinsichtlich Wasserverbrauch, zweitens wegen des Schutzes vor Wasserschäden und drittens bezüglich seiner Funktion als Lebensraum“, sagt Rouven Boland, Klimaschutzmanager des Kreises Borken, anlässlich des diesjährigen Weltwassertages.

Die vergangenen beiden trockenen Sommer haben gezeigt, dass Wasser, Natur und Nahrungsmittelproduktion in direktem Zusammenhang mit dem Klimawandel stehen. Schädlinge wie der Borkenkäfer und der Eichenprozessionsspinner haben bei warmen und trockenen Bedingungen leichtes Spiel. Zudem steigt die Gefahr von Wald- und Flächenbränden. Ausbleibende Niederschläge haben vor allem negative Auswirkungen auf die landwirtschaftlichen Erträge und die Tierwelt.

Die Grundwasserbeobachtung des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) im September 2019 zeigte an 37 Prozent der Messstellen die tiefsten jemals dokumentierten Grundwasserstände in einem September. Auch der Regen der vergangenen Monate konnte die Grundwasserstände nicht vollständig auffüllen, so dass immer noch ein Defizit zurückbleibt, wie aktuelle Daten aus dem „Dürremonitor“ belegen.

Klimaforscher sind sich sicher, dass zunehmend mit heißeren und trockeneren Sommern zu rechnen ist. Ein Dürresommer 2020 würde uns vor ähnliche Herausforderungen wie in den Vorjahren stellen, erklärt Boland.
Während das eine Extrem des Klimawandels zunimmt – zu wenig Wasser – steigt gleichzeitig die Wahrscheinlichkeit des anderen Extrems: Lange Regenphasen und Niederschläge, die zunehmend auch in Form von Starkregen auftreten und so zu Hochwasserereignissen und örtlichen Überflutungen führen können.

Die ökologische Verbesserung der Fließgewässer hat neben der Hochwasserschutzwirkung den Vorteil, dass sich hochwertige Lebensräume für heimische Tier- und Pflanzenarten entwickeln können.